Unser Seminar zum Thema Macht und Adultismus

Macht und Adultismus – also die gesellschaftlichen Machtverhältnisse zwischen Erwachsenen und Kindern – prägen nicht nur unsere Gesellschaft, sondern auch unsere pädagogischen Beziehungen und Settings. Sich dieser Dynamiken bewusst zu werden, eröffnet neue Perspektiven auf das eigene Handeln und ermöglicht einen reflektierten, beziehungsorientierten Umgang mit der eigenen Machtposition.

Macht und Adultismus in der pädagogischen Praxis

„Zieh jetzt bitte deine Schuhe an, wir müssen los.“ „Wenn du jetzt nicht aufräumst, kannst du nachher nicht mehr draußen spielen.“ „Alle Kinder kommen jetzt zum Morgenkreis.“

Solche Situationen gehören zum Alltag in jeder Kindertageseinrichtung. Pädagogische Fachkräfte treffen täglich Entscheidungen, setzen Regeln durch, strukturieren Abläufe und tragen Verantwortung für viele Kinder gleichzeitig. Dabei gilt es, Bedürfnisse von Kindern, Zeitdruck, Gruppendynamiken sowie Erwartungen von Eltern und Einrichtung miteinander in Einklang zu bringen.
In all diesen Momenten wirkt etwas mit, das zum pädagogischen Alltag gehört und doch selten bewusst reflektiert wird: Macht.

Was euch in diesem Seminar erwartet

Hast du dir bereits Gedanken über diese Fragen gemacht? Dann ist dieses Seminar für deine Kita!

Ein weiterer Schwerpunkt des Seminars ist unser Bild vom Kind und die Frage, wie dieses unser Denken und Handeln im pädagogischen Alltag prägt. Wir beschäftigen uns mit dem Konzept des Adultismus, erleben gemeinsam, wie sich adultistische Beziehungsmuster anfühlen können und erkunden Wege hin zu gleichwürdigen Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern.

Mit diesem neuen Blick schauen wir anschließend gemeinsam auf eure konkrete Kita-Praxis: Wo zeigt sich eure Macht als Fachkräfte im Alltag? Welche Situationen sind besonders herausfordernd? Und an welchen Stellen lassen sich neue, beziehungsförderliche Wege im Umgang mit der eigenen Macht entwickeln?

Fragen, denen wir gemeinsam nachgehen

Im Verlauf des Seminars beschäftigen wir uns unter anderem mit folgenden Fragen:

  • Was bedeutet Macht im pädagogischen Kontext?

  • Warum sind pädagogische Beziehungen grundsätzlich von Machtungleichgewichten geprägt?

  • Wie entsteht Macht und wodurch wird sie gesellschaftlich legitimiert?

  • Wie erleben Kinder Machtverhältnisse zwischen Erwachsenen und jungen Menschen?

  • Was ist Adultismus und wie zeigt er sich im pädagogischen Alltag?

  • Wo liegt die Grenze zwischen notwendiger pädagogischer Führung und Zwang?

  • Welche Formen von Gewalt können im pädagogischen Alltag auftreten – auch jenseits körperlicher Gewalt?

  • Warum fällt es Erwachsenen oft schwer, Macht und Gewalt gegenüber Kindern zu erkennen?

  • Welche Rolle spielen eigene Kindheitserfahrungen im Umgang mit Macht?

  • Wie kann ein reflektierter, verantwortungsvoller und demokratischer Umgang mit Macht gelingen?

Was wir mit dem Seminar in Kitas erreichen können

Je bewusster wir die Dimensionen, Mechanismen und Auswirkungen von Macht verstehen, desto eher können wir Wege entwickeln, wie ein demokratischer und adultismuskritischer Umgang mit der eigenen Machtposition im pädagogischen Alltag gelingen kann.

Gemeinsam mit euch möchten wir die Machtverhältnisse zwischen Erwachsenen und Kindern sichtbar machen, für altersspezifische Diskriminierung sensibilisieren und kritisches Erwachsensein als wichtige Kompetenz in der pädagogischen Praxis stärken.

So entstehen Orte, an denen Kinder nicht nur betreut werden – sondern gehört, ernst genommen und in ihrer Entwicklung begleitet werden.