Eine ehrliche Geschichte über Dranbleiben, Zweifel, Mut zur Veränderung und die Kraft gemeinsamer Führungskräfteentwicklung in der Kita-Welt.
KiVi-Führungscoaching – nicht wegzudenken
Führungscoaching gehört für uns bei KiviVision zur Teamentwicklung wie der Himmel zu den Sternen. Denn sehr schnell wurde in unseren Teambegleitungen klar: Entwicklung kann nur dann wirklich erfolgreich sein, wenn Führung stark ist und mitarbeiten kann. Wenn wir gemeinsame Ziele haben, Verantwortung teilen und Führung nicht allein bleibt.
Mit der steigenden Zahl an Teams, die wir begleiten durften, wuchs auch die Zahl der Leitungscoachings. Die Probleme und Herausforderungen der Leitungskräfte ähneln sich stark, und die Lösungen liegen nicht immer in ihrer eigenen Hand. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Führungskräfte desselben Trägers sehr unterschiedliche Antworten auf ähnliche Fragen fanden und oft unsicher waren, was „richtig“ ist. Durch die gewaltigen Entwicklungen in der Kita-Welt der letzten Jahre und das schnelle Wachstum vieler Träger hat sich insbesondere die Rolle der Leitung stark verändert. Häufig fehlen noch die Strukturen, in denen sie ihre Rolle sicher und wirksam ausfüllen kann. Aus dieser Beobachtung heraus entstand die KiVi-Idee eines Pilotprojekts:
Anspruch, Realität und erste Stolpersteine
Wer mich kennt, weiß: Gut genug reicht mir selten. Ich arbeite gern herausragend. Doch gerade bei neuen Formaten funktioniert das nicht immer und erst recht nicht sofort.
Was recht schnell feststand, war die Form: alle zwei Wochen zwei Stunden online. Diese Zeit sollte für Vertrauensbildung, Führungskompetenz, Fallberatungen und Reflexionen dienen. Praxisprobleme sollten sichtbar werden und gemeinsam Lösungen hervorbringen, die später theoretisch fundiert in feste Standards überführt werden.
Wir begannen mit einem Präsenztag. Ziel war es, die Führungskräfte mit ihren individuellen Bedarfen und Zielen abzuholen, den Zusammenhalt zu stärken und gemeinsam den Rahmen unserer Zusammenarbeit zu klären. Die größten Bedenken galten der Zeit: Alle zwei Wochen zwei Stunden – kann man sich das wirklich leisten, wenn Zeit ohnehin knapp ist?
An diesem Tag wurde mir klar, dass ich einen Fehler gemacht hatte.
Das, was den Führungskräften im Flyer angekündigt worden war, und das, was ich der Bereichsleitung zugesagt hatte, passte nicht so gut zusammen, wie es nötig gewesen wäre. Zwar hatten wir nun alle Bedarfe, Ziele und Aufträge gesammelt, doch der Auftrag war nicht klar genug abgesteckt und die Form seiner Erfüllung unklar. Einige Führungskräfte waren sehr dankbar und neugierig, andere reagierten mit Ärger und Widerstand.
Aus diesem ersten Präsenztag heraus entwickelten wir eine gemeinsame Visualisierung unserer Zusammenarbeit. Sie half, alle abzuholen – und war der Beginn von mehr Klarheit für alle Beteiligten.
Rückblick, Reifung und neue Klarheit
In unserem letzten Treffen 2025 war es dann so weit: unsere erste Retrospektive. Die Teilnahmezahlen waren hoch, die Rückmeldungen geprägt von Dankbarkeit, Bereicherung und spürbarem Lernfortschritt.
Vor allem aber entstand ein starkes Gefühl, nicht mehr allein zu sein, Unterstützung von Gleichgesinnten zu bekommen und getragen zu werden. Ich bewundere den Mut der Teilnehmer*innen sehr – wie offen sie ihre Ängste und Nöte, aber auch ihre Erfolge und ihre Zufriedenheit miteinander teilten und wie sehr sie gemeinsam daran wuchsen. Es war uns gelungen, ein gleichwürdiges Miteinander auf Augenhöhe zu schaffen.
Nicht wie gewünscht verlief jedoch die Weiterentwicklung der Standards. Die Standardgruppe brauchte Zeit, um Standards wirklich gemeinsam auszuarbeiten. Im Alltag bleibt dafür kaum Raum – dabei sind sie essenziell und haben für viele sogar Vorrang vor individueller Führungskompetenz.
In meiner Wahrnehmung hatte die Gruppe in dieser Zeit eine spannende Entwicklung durchlaufen. Zu Beginn wollten viele die Führungsreise nur für ihre eigene Entwicklung nutzen, und die Arbeit an Standards für den Träger wurde kritisch gesehen. Nun aber wuchs der Wunsch, selbst Verantwortung für diese Entwicklung zu übernehmen, sich bewusst Zeit dafür zu nehmen und Wege zu finden, dies möglich zu machen.
Die neue Idee war schnell klar
Ein Treffen alle vier Wochen online zur Führungsreise und zusätzlich alle vier Wochen vier Stunden in Präsenz für die Standardgruppe, so lange, bis alle notwendigen Standards entwickelt sind. Wieder führten wir Gespräche mit der Bereichsleitung. Und wieder ging sie den bedarfsorientierten, agilen Weg mit ihren Führungskräften mit und bewilligte das neue Format.
Gemeinsam mit meiner Kollegin haben wir nun das erste Präsenztreffen für Anfang Februar geplant. Ich freue mich sehr auf diese vier Stunden voller Power – auf die Klarheit, die daraus für den Träger und seine Kitas entstehen wird, und auch auf die Herausforderungen, die wir lösungsorientiert angehen dürfen.
Haltung, Wirkung und Ausblick
Für uns bei KiviVision ist dieses agile, bedarfsorientierte und partizipative Vorgehen genau das, was es braucht, um gemeinsam stark zu werden. Um einen Rahmen zu schaffen, in dem ein bestmöglicher Entwicklungsraum für alle Beteiligten in Bildungseinrichtungen entstehen kann.
Immer wieder erlebe ich, was sich bereits entwickeln durfte. Auch die Bereichsleitung berichtet, dass andere im Träger und sogar das Jugendamt die Veränderungen bei Führungskräften und Einrichtungen wahrnehmen und ansprechen.
Die Vision und die Haltung, mit der wir unsere Arbeit zur Verfügung stellen, gehen auf. Sie werden immer mehr Wirklichkeit – trotz der schwierigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Bildung.
