Alte Vorsätze, neue Jahre
Und genau damit sitze ich wenig später auf meinem Bett. Hier schreibe ich gern. Ohne Druck. Einfach so. Nicht, um es besonders gut zu machen – sondern weil mich das Thema interessiert.
Ich denke – möglichst entspannt – an das neue Jahr.
An neue Vorsätze. Oder ehrlicherweise: an alte, neue Vorsätze.
Warum sich Ziele lohnen
Meine klare Antwort: Ja. Es lohnt sich.
Nicht, weil ich alles erreicht hätte, was ich mir vorgenommen habe. Sondern weil ich überzeugt bin, dass ich heute dort stehe, wo ich stehe, weil ich mir bewusst Ziele gesetzt habe. Weil ich innegehalten habe. Reflektiert habe. Und entschieden habe, wie ich leben und arbeiten möchte.
Das hat mich weit gebracht. In vieler Hinsicht lebe ich heute ein Leben, das ich mir früher so nicht hätte vorstellen können – besonders beruflich. Ich weiß heute, was ich kann. Was ich machen möchte. Und warum mir das wichtig ist.
Ich weiß auch, was ich noch lernen darf. Und was ich nicht gut kann oder nicht (mehr) machen möchte.
Doch vieles von dem, was ich mir gewünscht habe, ist Wirklichkeit geworden. Und wenn nicht das Ziel – dann stimmt doch die Richtung, in die ich mich bewege. Das macht mich stolz und dankbar, weil ich immer nur ein Teil von dem war, was entstehen konnte.
Vom Urteil zur Würdigung
Ich habe hohe Ansprüche an mich (und auch an mein Umfeld). Perfektionismus hat mir viel ermöglicht.
Und jetzt darf ich etwas Neues lernen: Nicht noch härter zu optimieren – sondern liebevoller mit mir zu sein. Meine sogenannten „Laster“ sind keine Fehler. Sie sind Anpassungsleistungen. Strategien, die mir einmal geholfen haben, durch herausfordernde Zeiten zu kommen. Heute bin ich in vielen Bereichen die Frau, die ich gern sein möchte. Nicht perfekt. Aber ehrlich, mutig, wirksam – und für mich immer wieder erfolgreich. Und ja, ich muss nicht jedem gefallen – wenn es mir auch nicht leichtfällt.
Entwicklung ist kein gerader Weg.
Veränderung verläuft nicht linear. Es gibt Umwege. Rückschritte. Tage, an denen es sich anfühlt, als ginge man rückwärts. Und trotzdem gilt: Im Großen und Ganzen nähern wir uns dem Ziel. Ich liebe das Bild aus der Luftfahrt: Flugzeuge sind einen großen Teil der Strecke nicht exakt auf Kurs – und kommen trotzdem an. Nicht, weil sie perfekt fliegen, sondern weil sie ständig nachjustieren.

Elisabeth ist die Gründerin von KitaVision und Pädagogin für Bildung, Beratung und Personalentwicklung (B.A.). Außerdem ist Elisabeth ausgebildet als Konflikt- und Diversitätsmanagerin, Team- und Organisationsentwicklerin, und Mediatorin.
