Ein Denkanstoß zum Jahresanfang

„Zum Jahresanfang könnten wir etwas über Selbstoptimierung schreiben“, sagt Isa aus unserem KitaVision-Marketingteam. Meine erste Reaktion: Oh nein – da regt sich Widerstand.

Sarah lacht. „Das ist doch ein wunderbares Thema: Selbstoptimierung – “

Da regt sich Widerstand.

Alte Vorsätze, neue Jahre

Und genau damit sitze ich wenig später auf meinem Bett. Hier schreibe ich gern. Ohne Druck. Einfach so. Nicht, um es besonders gut zu machen – sondern weil mich das Thema interessiert.

Ich denke – möglichst entspannt – an das neue Jahr.
An neue Vorsätze. Oder ehrlicherweise: an alte, neue Vorsätze.

  • Abnehmen

  • Mehr Sport

  • Beziehungspflege

  • Mehr Lernen

Selbstoptimierung und ihre Quellen

Ich stelle mir vor, wie und wo ich leben möchte. Wie ich mit den Menschen umgehe, mit denen ich in Beziehung stehe. Wie ich die Aufgaben erfülle, die mir anvertraut sind oder wichtig– die leichten und die herausfordernden.

Ich frage mich, was Menschen in Erinnerung behalten sollen, wenn sie an mich denken. Ich sehe das Bild einer energievollen, wohlwollenden und entspannten Frau.
Einer Frau, die an das Gute glaubt, sich dafür einsetzt und Vertrauen hat in das, was entstehen kann, wenn Menschen gemeinsam ein Ziel verfolgen.

Ich kenne diese Liste. Es ist meine Liste.

Und ich kenne auch das Gefühl, das sich jedes Jahr meldet: Schaffe ich doch eh nicht. Manches davon steht hier schon seit Jahren.

Lohnt es sich überhaupt, diese Ziele immer wieder aufzuschreiben?

Warum sich Ziele lohnen

Meine klare Antwort: Ja. Es lohnt sich.

Nicht, weil ich alles erreicht hätte, was ich mir vorgenommen habe. Sondern weil ich überzeugt bin, dass ich heute dort stehe, wo ich stehe, weil ich mir bewusst Ziele gesetzt habe. Weil ich innegehalten habe. Reflektiert habe. Und entschieden habe, wie ich leben und arbeiten möchte.

Das hat mich weit gebracht. In vieler Hinsicht lebe ich heute ein Leben, das ich mir früher so nicht hätte vorstellen können – besonders beruflich. Ich weiß heute, was ich kann. Was ich machen möchte. Und warum mir das wichtig ist.

Ich weiß auch, was ich noch lernen darf. Und was ich nicht gut kann oder nicht (mehr) machen möchte.

  • die Kilos, die mehr geworden sind.

  • die Sportlichkeit, die früher leichter war.

  • die Beziehungspflege, die kein Selbstläufer ist.

  • die Selbstkritik, wenn ich wieder zu viel will.

Doch vieles von dem, was ich mir gewünscht habe, ist Wirklichkeit geworden. Und wenn nicht das Ziel – dann stimmt doch die Richtung, in die ich mich bewege. Das macht mich stolz und dankbar, weil ich immer nur ein Teil von dem war, was entstehen konnte.

Vom Urteil zur Würdigung

Ich habe hohe Ansprüche an mich (und auch an mein Umfeld). Perfektionismus hat mir viel ermöglicht.

Und jetzt darf ich etwas Neues lernen: Nicht noch härter zu optimieren – sondern liebevoller mit mir zu sein. Meine sogenannten „Laster“ sind keine Fehler. Sie sind Anpassungsleistungen. Strategien, die mir einmal geholfen haben, durch herausfordernde Zeiten zu kommen. Heute bin ich in vielen Bereichen die Frau, die ich gern sein möchte. Nicht perfekt. Aber ehrlich, mutig, wirksam – und für mich immer wieder erfolgreich. Und ja, ich muss nicht jedem gefallen – wenn es mir auch nicht leichtfällt.

Was das Thema Selbstoptimierung mit Kitateams zu tun hat

Genau diese Dynamik erleben wir bei KitaVision auch in Teams – besonders in unseren Reteaming-Prozessen.

Teams kommen mit dem Wunsch: „Wir wollen es besser machen.“ oder „Wir wollen wieder gemeinsam in eine Richtung gehen.“

Gemeinsame Ziele verbinden. Wilhelm Geisbauer beschreibt im Reteaming sinngemäß: Wenig verbindet Menschen so sehr wie ein gemeinsames Ziel. Und gleichzeitig braucht es etwas Entscheidendes: den wertschätzenden Blick auf das, was bereits gelungen ist.

Entwicklung ist kein gerader Weg.

Veränderung verläuft nicht linear. Es gibt Umwege. Rückschritte. Tage, an denen es sich anfühlt, als ginge man rückwärts. Und trotzdem gilt: Im Großen und Ganzen nähern wir uns dem Ziel. Ich liebe das Bild aus der Luftfahrt: Flugzeuge sind einen großen Teil der Strecke nicht exakt auf Kurs – und kommen trotzdem an. Nicht, weil sie perfekt fliegen, sondern weil sie ständig nachjustieren.

Loslassen schafft Raum

Zur Entwicklung gehört auch Loslassen von:

  • alten Prägungen
  • Verhaltensstrategien, die heute blockieren
  • Gewohnheiten, die nicht mehr passen
  • Menschen, die den Weg nicht mitgehen können oder wollen

Loslassen schafft Raum für Entwicklung. Für Beziehung. Für Neues. Vielleicht geht es genau darum: Beim Jahresanfang, bei persönlicher Entwicklung, und bei Teamprozessen in Kitas. Nicht um Selbstoptimierung, sondern um Ausrichtung, Ein Ziel haben, bewusst machen, wie wir leben und arbeiten wollen, immer wieder hinschauen, kleine Schritte gehen, Erfolge würdigen, liebevoll nachjustieren, loslassen, was uns schwer macht.

Mit dem Wissen: Vom Kurs abzukommen gehört dazu. Entwicklung passiert trotzdem – oder gerade deshalb.

KitaVision – Entwicklung mit Haltung

Bei KitaVision begleiten wir Menschen und Teams genau auf diesem Weg: weg von Schuld, Druck und Perfektion – hin zu Klarheit, Würdigung und gemeinsamer Ausrichtung.

Wenn du Lust hast, unsere Haltung näher kennenzulernen, freuen wir uns über den Austausch.

KitaVision – Entwicklung mit Haltung.

Elisabeth und Sarah im Workshop
Portrait schwarz-weiß von Elisabeth Junk

Elisabeth ist die Gründerin von KitaVision und Pädagogin für Bildung, Beratung und Personalentwicklung (B.A.). Außerdem ist Elisabeth ausgebildet als Konflikt- und Diversitätsmanagerin, Team- und Organisationsentwicklerin, und Mediatorin.

Elisabeth Junk, Gründerin