Das Kitateam und wir
Der Raum ist vorbereitet. Ein Stuhlkreis steht bereit. Materialien für Selbstreflexion, Gruppen- und Plenumsarbeit liegen aus. Bücher zum Reinlesen, eine wertschätzende Atmosphäre, eine Umgebung, die Zusammenarbeit möglich macht. Nach und nach kommen die Fachkräfte an. Wir kennen uns. Die Begrüßungen sind herzlich.
Am Ende des ersten Tages landen wir bei dem Dilemma, das den zweiten Tag prägen wird: Was mache ich, wenn ein Kind die Windel voll hat und sich nicht wickeln lassen will? Diese Frage steht stellvertretend für viele Alltagssituationen. Was muss ich? Was darf ich nicht? Was will ich? Und was ist beziehungsförderlich und kinderrechtsorientiert?
Tag 2 – Kinderrechte im Alltag der Kita
Der zweite Tag vertieft genau dieses Spannungsfeld zwischen schützender und unterdrückender Macht. Es wird deutlich: Es gibt nicht die richtige Lösung. Und genau das ist die Entlastung. Entscheidend ist, dass ein Team weiß, welches Handeln wünschenswert ist, was als grenzverletzend gilt und wo klare Grenzübertritte liegen – ein besonderes Augenmerk liegt auf den Situationen, in denen zum Schutz der Kinder, ihre Rechte verletzt werden und wie man damit umgehen kann.
Für den Übertrag in den Alltag nehmen wir uns drei große Themenbereiche aus dem Kita-Alltag näher vor: Schlafen und Ruhen, Essen und Rausgehen. Durch eine intensive Diskussion und Auseinandersetzung entsteht eine Verhaltensampel, in der es nun feste Vereinbarungen gibt zu den bearbeiteten Themen und die damit einen bewussten, gemeinsamen Rahmen für die Arbeit mit den Kindern liefert.
