Wenn wir auf Teamtage zurückschauen, in denen wir Teamkultur zum Thema haben, machen wir sehr unterschiedliche Erfahrungen, meistens sogar innerhalb desselben Teams.

Wir erleben Teams, die in der bewussten Auseinandersetzung mit ihrer Teamkultur erkennen, dass sie viel verbundener miteinander sind, als ihnen bewusst war. Sie fühlen sich gestärkt und dankbar für diese Erkenntnisse und die kleinen Schritte, die sie noch anpassen möchten.

Wir erleben müde Teams. Teams, die schon vieles versucht haben. Teams, in denen sich Menschen zurückgezogen haben. Teams, in denen manche viel tragen und andere still geworden sind. Teams, in denen Konflikte unausgesprochen im Raum stehen.

Wo Augen rollen, wenn bestimmte Namen fallen. Wo Frust leise geworden ist. Wo man sich manchmal fragt: „Können wir überhaupt noch gut miteinander arbeiten?“

Und wir sehen Teams, die anfangen, sich wieder zuzuhören. Nicht sofort. Nicht magisch. Nicht, weil plötzlich alles leicht ist.

Sondern weil etwas passiert, wenn Menschen einen sicheren Raum bekommen, in dem nicht bewertet, sondern verstanden werden will. Wir erleben immer wieder, wie Teams beginnen, hinter Verhalten zu schauen. Wie aus „die blockiert immer“ plötzlich wird: „Vielleicht schützt sie sich.“ Wie aus Widerstand Verunsicherung wird. Wie aus Ärger Überforderung werden darf. Wie Menschen beginnen zu verstehen, dass hinter Schutzmechanismen keine böse Absicht steckt – sondern oft der Versuch, mit Druck, Angst oder Verletzung umzugehen.

Und dann verändert sich etwas.

Da sitzt die Kollegin, die seit Monaten kaum gesprochen hat – und erzählt zum ersten Mal ehrlich, was sie belastet. Da formuliert eine Leitung nicht mehr nur Erwartungen, sondern zeigt sich selbst als Mensch. Da sagt jemand vorsichtig: „So habe ich das noch nie gesehen.“ Es sind oft diese kleinen Sätze, die große Türen öffnen.

Von dort aus beginnen Teams, ihre eigene Kultur bewusst zu gestalten. Nicht nur darüber zu sprechen, was nicht funktioniert, sondern gemeinsam zu fragen:

  • Wofür wollen wir eigentlich stehen?

  • Was sollen Kinder bei uns spüren?
  • Wie wollen wir miteinander sprechen – gerade dann, wenn es schwierig wird?
  • Welche Haltung verbindet uns?
  • Welche Prinzipien sollen uns tragen?
Teamglas für Absprachen

Und dann entstehen die ersten gemeinsamen Sätze – echte Vereinbarungen für den Alltag.

  • Wir sprechen miteinander statt übereinander.
  • Wir schauen hin, auch wenn es unangenehm ist.
  • Wir holen uns Hilfe, bevor wir ausbrennen.
  • Wir gehen davon aus, dass jede einen guten Grund für Verhalten hat.
  • Wir tragen Verantwortung gemeinsam.

Wie Kommunikation weicher und klarer wird. Wie gewaltfreie Kommunikation plötzlich nicht mehr Theorie ist, sondern ein neuer Umgangston entsteht: weniger Vorwurf, mehr Verstehen. Weniger „Du bist immer …“, mehr „Ich merke gerade …“. Weniger Rechtfertigung, mehr gemeinsame Verantwortung.

Und ja – manchmal fließen Tränen. Manchmal wird es unbequem. Denn Teamkultur bedeutet auch, ehrlich hinzuschauen: auf Machtverhältnisse, unausgesprochene Erwartungen, Verletzungen, Rollen und Dynamiken.

Doch fast immer erleben wir am Ende etwas sehr Hoffnungsvolles: Ein Team, das wieder ein Stück näher zusammengerückt ist.

Nicht perfekt. Aber verbundener. Klarer. Mutiger. Mit einer gemeinsamen Sprache. Mit altbewährten Strukturen und solchen die neu erprobt werden sollen. Mit einem Purpose, der Sinn gibt. Mit Prinzipien, die Orientierung schaffen. Und mit dem Gefühl:

„Vielleicht können wir das wirklich verändern.“

Zum Thema Teamkultur

Teamkultur ist nicht etwas, das man entweder hat oder eben nicht. Sie kann, muss und darf wachsen. Eine gemeinsame Haltung braucht Entstehungszeit.

Vertrauen kann zurückkommen. Auch in Teams, die lange dachten: „Bei uns ist das einfach schwierig.“ Vielleicht beginnt Veränderung manchmal genau dort – wo ein Team sich gemeinsam auf den Weg macht.

Elisabeth und Sarah

Zum KiVi-Seminar

In unserem Seminar helfen wir Kitateams, die hier gestellten Fragen zu beantworten und eine gemeinsame Balance zu finden. Hier geht es zur Seminarübersicht: